Grenzüberschreitende Innovation für eine bessere Gesundheitsversorgung
Kurzbeschreibung
Das Projekt Trans-Belt Medical Robotics Cluster (Trans-Belt MRC) stärkt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Dänemark und Deutschland durch den Transfer und die gemeinsame Weiterentwicklung innovativer Medizinrobotik und Assistenztechnologien. In der Trans-Belt-Region entsteht ein vernetzter Medizinrobotik-Cluster mit Kompetenzzentren in Odense und Lübeck, der Unternehmen, Kliniken und Forschungseinrichtungen zusammenführt. Unter realistischen Bedingungen werden robotische Systeme getestet, bewertet und optimiert, um Leistungsfähigkeit, Benutzerfreundlichkeit und Patientensicherheit nachhaltig zu erhöhen. Ergänzend wird eine Toolbox entwickelt, die sämtliche Markteinführungsphasen anhand regulatorischer, organisatorischer und nutzerzentrierter Kriterien systematisch bewertet.
Problembeschreibung
Obwohl Deutschland und Dänemark vergleichbare demografische Entwicklungen und Krankheitsbilder aufweisen, gestaltet sich der Transfer robotischer Innovationen in die klinische Versorgung oft schwierig. Unterschiede in Arbeitsabläufen, regulatorischen Vorgaben, Versorgungsstrukturen und kulturellen Erwartungen erschweren die Markteinführung. Hinzu kommt, dass Interoperabilität, Akzeptanz und Usability robotischer Systeme je nach Land stark variieren können. Dies führt zu Verzögerungen, erhöhten Risiken im Einsatz und einer eingeschränkten Nutzung robotischer Unterstützungssysteme, obwohl deren Potenzial für Entlastung und Versorgungsqualität hoch ist.
Lösungsansatz/Produktbeschreibung
Trans-Belt MRC etabliert eine gemeinsame Entwicklungs- und Testumgebung, in der robotische Systeme unter realen klinischen Bedingungen geprüft und weiterentwickelt werden.
Ein zentrales Pilotprojekt ist der Einsatz des dänischen Roboters ROPCA, einer automatisierten Lösung zur Untersuchung von Händen bei Verdacht auf rheumatoide Arthritis. Die Pilotstudie untersucht:
- klinischen Nutzen und Wirtschaftlichkeit im deutschen Versorgungssystem
- Arbeitsabläufe und Prozessintegration
- Akzeptanz durch medizinisches Personal und Patient:innen
- kulturelle Unterschiede in der Interaktion mit robotischer Technologie
Die Erkenntnisse fließen direkt in optimierte, nutzerzentrierte Robotiklösungen ein und verbessern zukünftige Systeme entlang realer Anforderungen im Klinikalltag.
Alleinstellungsmerkmal
Trans-Belt MRC kombiniert Robotikexpertise, klinische Anwendung, Technologietransfer, Regulatorik und kulturelle Analysen in einem integrierten Ansatz, der europaweit einzigartig ist. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Industrie, Forschung und Versorgungspraxis wird eine robuste Grundlage geschaffen, um Markteinführungsrisiken zu reduzieren und robotische Systeme gezielt auf die Bedürfnisse der Anwenderinnen und Anwender abzustimmen. Die entwickelte Toolbox unterstützt Unternehmen dabei, den gesamten Innovationsprozess — von der Idee bis zum klinischen Einsatz — systematisch, sicher und effizient zu gestalten.
Projektförderung
Das Projekt wird vom Interreg-Programm Deutschland-Dänemark der Europäischen Union kofinanziert.