ZeroWasteMibi

ZeroWasteMiBi – Weizennebenströme für Aquakulturfuttermittel

Die weltweite Nachfrage nach Fisch steigt seit vielen Jahren, während die Fangmengen aus der Meeresfischerei seit den 1980er-Jahren stagnieren und viele Fischbestände als überfischt oder nur eingeschränkt nachhaltig gelten. Dadurch gewinnt die Aquakultur zunehmend an Bedeutung – inzwischen stammt mehr als die Hälfte der weltweit produzierten Fisch- und Meeresprodukte aus Aquakulturen. Damit dieser Sektor langfristig wachsen kann, müssen insbesondere Futtermittel nachhaltiger gestaltet werden.

In der Aquakultur werden Futtermittel häufig auf Basis von Fischmehl und -öl hergestellt, die aus wild gefangenen Fischen oder Nebenprodukten der Fischverarbeitung gewonnen werden. Da die Nachfrage nach diesen Rohstoffen mit der wachsenden Aquakultur steigt, wird verstärkt nach alternativen und nachhaltigeren Futtermittelkomponenten gesucht.

Ein wichtiger Bestandteil vieler Futtermittel für Salmoniden wie Lachs und Regenbogenforellen ist das Carotinoid Astaxanthin. Es sorgt für die typische rötliche Färbung des Filets und erfüllt wichtige Funktionen im Stoffwechsel der Fische, etwa als Antioxidans und für das Immunsystem. In der Praxis wird Astaxanthin häufig synthetisch aus petrochemischen Ausgangsstoffen hergestellt, ein energieintensiver Prozess auf Basis fossiler Rohstoffe. Daher rücken natürliche Alternativen zunehmend in den Fokus der Forschung.

In Kooperation mit Projektpartnern wird daher untersucht, ob ein industrieller Nebenstrom der Lebensmittelindustrie für die Kultivierung von Hefen und anderen Mikroorganismen genutzt werden kann, um Fischmehl und -öl sowie synthetisches Astaxanthin zu ersetzen. Dazu werden Futtermittel mit unterschiedlichen Anteilen der Rohstoffe hergestellt und in Fütterungsversuchen mit Regenbogenforellen getestet, um Auswirkungen auf Wachstum, Gesundheit und Farbentwicklung zu analysieren. Ziel ist es, neue Ansätze für eine ressourcenschonendere und nachhaltigere Fischernährung zu entwickeln, um somit einen Teil zur Ernährungssicherheit beizutragen.